Der General (1926)

... nur am 21. Dezember um 20:30 Uhr in Saal 2!

(The General)

USA 1926

Regie: Buster Keaton, Clyde Bruckman

Drehbuch: Clyde Bruckman, Al Boasberg, Charles Smith (nach der literarischen Vorlage von William Pittenger)

Produktion: Joseph Schenck

Musik: Carl Davis (1987)

Kamera: Bert Haines, J. Devereux Jennings

Schnitt: Buster Keaton, Sherman Kell

Mit: Buster Keaton, Marion Mack, Charles Henry Smith, Frank Barnes, Glen Cavender, Jim Farley, Joe Keaton, Mike Donlin, Tom Nawn u.a.

78 Min. FSK 6

Stummfilm mit englischen Zwischentiteln.

Ein Südstaateneisenbahner ist seinen zwei Lieben, einem Mädchen und einer Lokomotive, so zugetan, dass er ihnen zuliebe die feindlichen Linien durchbricht und einen Großangriff der Nordstaaten zum Scheitern bringt. (filmdienst.de)

Gedreht wurde auf 35 mm mit meist drei Kameras, manchmal vier, wobei eine Einstellung – von Ausnahmen abgesehen – stets mit zwei Kameras gefilmt wurde: Aus dem Material der zweiten Kamera wurde das Auslands-Negativ gefertigt, von dem aus in Europa sämtliche Kopien für den Kontinent gezogen wurden.

Höchstmögliche Authentizität, perfekte Plotkonstruktion, unnachahmliche Gags sowie eine faszinierend ökonomische und wirkungsvolle Regie vereinen sich hier zu einem zeitlosen Meisterwerk, dessen damaliger Misserfolg nichtsdestoweniger zum Auslöser für Keatons Niedergang wurde. (filmdienst.de)

The General wurde am 31. Dezember 1926 in Tokio uraufgeführt, ehe der Film am 5. Februar 1927 seine New Yorker Premiere und am 11. März 1927 seine erste Aufführung in Los Angeles erfuhr.

Die erste Veröffentlichung in Deutschland fand am 4. April 1927 statt.

Erstmals machte eine Produktion Keatons Verluste.

„An diesem Film ist alles zu bewundern: seine Einfachheit und sein Reichtum, seine Gelassenheit und seine Spannung, seine Melancholie und sein Humor. Alle Schlagworte fallen zusammen. Hier ist ein neuer Filmtypus geschaffen.“ (Herbert Ihering)

„Muss man ein Meisterwerk breit kommentieren? Laufen Sie ganz schnell, um es sich anzusehen.“ (Georges Sadoul)

Therapie für Wikinger

... ab 25. Dezember täglich (außer Silvester) in Saal 1!

(Den Sidste Viking)

DK/SE 2025

Regie: Anders Thomas Jensen

Mit: Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Lars Brygmann u.a.

116 Min. FSK 16

Nach 15 Jahren wegen Bankraub wird Anker aus dem Gefängnis entlassen. Die Beute hat damals sein Bruder Manfred vergraben, der seit seiner Kindheit an einer Identitätsstörung leidet. Dass er so lange auf seinen Bruder warten musste, ist Manfred nicht gut bekommen. Er hat seine psychische Störung weiter ausgebaut und sich ganz und gar der Musik verschrieben. An das Geld und daran, wo er es vergraben hat, kann sich Manfred logischerweise nicht mehr erinnern. Anker bringt seinen Bruder zurück in ihr gemeinsames Elternhaus, das jetzt von einer Boxerin über Airbnb vermietet wird, in der Hoffnung, dies könnte die Erinnerung an sein früheres Ich auslösen. Anker hat keine Zeit zu verlieren. Denn sein Komplize von damals, Friendly Flemming, ist ihnen auf den Fersen und beansprucht die Beute für sich. Doch in den dunkelgrünen Wäldern Dänemarks wartet nicht nur ein Haufen Geld auf ihn, sondern auch der tiefe Schmerz einer verletzten Kinderseele.

Der neueste Streich des Komödien-Dreamteams aus Dänemark: THERAPIE FÜR WIKINGER schleudert Pointen-Material im Sekundentakt, ist hinreißend unberechenbar und bösartig witzig. Regisseur Anders Thomas Jensen (Adams Äpfel, Helden der Wahrscheinlichkeit) gelingt eine abgründige Krimi-Komödie über konfuse Identitäten und zwei Brüder, die sich lieben. (Verleih)

Steamboat Bill, jr. (1928)

... nur am 28. Dezember um 20:30 Uhr in Saal 2! Mit Überraschungs-Vorfilm!

(Steamboat Bill Jr.)

USA 1928

Regie: Charles Reisner

Drehbuch: Carl Harbaugh

Produktion: Joseph Schenck

Kamera: J. Devereux Jennings, Bert Haines

Schnitt: Sherman Kell

Mit: Buster Keaton, Ernest Torrence, Marion Byron, Tom McGuire, Tom Lewis, Joe Keaton u.a.

71 Min. FSK 0

Stummfilm mit englischen Zwischentiteln.

Ein bärbeißiger Kapitän und ein neureicher Bankier liefern sich an den Ufern des Mississippi einen erbarmungslosen Konkurrenzkampf. Buster ist der Sohn des Kapitäns und gerät als unfreiwilliger Romeo in den Loyalitätskonflikt zwischen der Liebe zu seinem Vater und der zur Bankierstochter. Erst ein im Wortsinne stürmisches Finale vermag die Liebenden zu einen. (filmdienst.de)

Der Film enthält die berühmte Szene, in der während des Wirbelsturms die Fassade eines Hauses auf William jr. fällt – allerdings genau mit einer Fensteröffnung, so dass ihm nichts passiert. Keaton führte diesen Stunt – wie damals üblich – selbst durch.

Steamboat Bill, jr. war kein Erfolg an den Kinokassen für Buster Keaton. Nach mehreren Flops läutete dieser Film das Ende seiner Zusammenarbeit mit dem Produzenten Schenk ein.

„Keatons letztes unabhängig produziertes Meisterwerk besticht mit seinen brillanten Einfällen und seiner soliden Dramaturgie.“ (Lexikon des internationalen Films)

Der Fremde

... ab 1. Januar täglich in Saal 2!

(L’Étranger)

FR/BE/Marokko 2025

Regie: François Ozon

Mit: Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin, Swann Arlaud, Denis Lavant u.a.

122 Min. FSK 12

Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt.

Mit seiner meisterlichen Neuinterpretation von Albert Camus’ gleichnamigen Literaturklassiker gelingt François Ozon ein virtuoses Werk von zeitloser Relevanz. In betörenden Schwarzweißbildern erzählt und getragen von einem erlesenen Ensemble um Benjamin Voisin, Rebecca Marder und Pierre Lottin, markiert der Film einen künstlerischen Höhepunkt in Ozons vielschichtigem Œuvre. DER FREMDE feierte seine umjubelte Weltpremiere im Wettbewerb der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. (Verleih)

Bon Voyage - Bis hierher und noch weiter

... ab 1. Januar täglich in Saal 2!

(On Ira)

FR 2025

Regie: Enya Baroux

Mit: Hélène Vincent, Pierre Lottin, David Ayala …

97 Min. FSK 12

Die 80-jährige Marie hat ihr Leben stets selbstbestimmt gestaltet – und daran ändert auch ihre schwere Krankheit nichts! Den Termin für die Sterbehilfe in der Schweiz hat sie bereits vereinbart – jetzt muss sie es nur noch ihrer Familie beibringen. Doch im letzten Moment verlässt sie der Mut, und sie rettet sich in die Notlüge von einer angeblichen Erbschaft, die in der Schweiz auf sie wartet.

Ihr Sohn Bruno, den ständig Geldsorgen plagen, will sofort aufbrechen. Auch Brunos Tochter Anna, die mitten im Chaos der Pubertät steckt, kommt mit. Als Fahrer rekrutiert Marie kurzerhand Rudy, den hilfsbereiten jungen Mann vom Pflegedienst.

Sie entstauben das alte Wohnmobil, und die vier machen sich – samt Rudys zahmer Ratte – auf den Weg. Marie tut auf der Fahrt vieles, was sie lange nicht mehr getan hat: Sie badet im Meer, tanzt zu Schlagermusik und sitzt spätabends am Lagerfeuer. Sie genießt die Reise – und ganz nebenbei findet die Familie wieder zueinander.

Doch irgendwann nähert sich die kleine Truppe ihrem Reiseziel, und Marie steht vor einer Entscheidung … (Verleih)

Der Kameramann (1928)

... nur am 4. Januar um 20:30 Uhr in Saal 2! Mit Überraschungs-Vorfilm!

(The Cameraman)
USA 1928
Stummfilmkomödie.
Regie: Buster Keaton, Edward Sedgwick
Drehbuch: Clyde Bruckman, Lew Lipton, Joseph Farnham
Produktion: BBuster Keaton, Lawrence Weingarten
Kamera: Elgin Lessley, Reggie Lanning
Schnitt: Hugh Wynn
Besetzung: Buster Keaton, Marceline Day, Harold Goodwin, Sidney Bracey, Harry Gribbon, Richard Alexander, Edward Brophy u.a.
69 Minuten, s/w, FSK 6

Stummfilm mit englischen Zwischentiteln.

Um ein Mädchen zu erobern, wird Buster Keaton Kameramann bei der MGM-Wochenschau. Mit dem beruflichen Erfolg stellt sich auch der private ein.

„Ein Meisterwerk der Filmkomik mit einem überragenden Buster Keaton in der Rolle des Fotografen Luke Shannon. Trotz vieler Produktionsquerelen (...) gelang Regisseur Edward Sedgwick ein Stummfilm-Spätwerk voller Gags und überraschender Einfälle. Eine Reihe von Filmkritikern sehen in „Der Kameramann“ sogar das letzte wirklich wichtige Werk von Keaton. Slapstick pur!“ (prisma)

„Dieses Spätwerk des genialen Komikers enthält trotz dramaturgischer Schwächen einige der hinreißendsten Sequenzen, die er je gedreht hat.“ (Lexikon des internationalen Films)

Checker Tobi 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde

... ab 8. Januar täglich in unserem Kinder- und Jugendprogramm!

D 2026

Regie: Antonia Simm

Mit: Tobias Krell, Marina M. Blanke, Theodor Latta u.a.

93 Min. FSK 0

Beim Aufräumen des Kellers entdecken Tobi und Marina eine alte Videoaufnahme: Der achtjährige Tobi moderiert darin eine selbst erfundene Show über die Erde in unseren Böden – und stellt seine allererste "Checker-Frage": Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?

Doch die Antwort darauf hat Tobi wieder vergessen. Er begibt sich auf Spurensuche, und damit auf sein bislang größtes Abenteuer. Dieses führt ihn in die Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars, in die Permafrostregion Spitzbergens und zu den Spuren der alten Maya in Mexiko. Erst als er erkennt, was alle Böden verbindet und was das mit uns zu tun hat, kann er seinem größten Herausforderer, sich selbst, antworten. (Verleih)

Ein einfacher Unfall

... ab 8. Januar täglich in Saal 2!

(Yek tasadef sadeh)

FR/LU/IR

Regie: Jafar Panahi

Mit: Vahid Mobasseri, Maryam Afshari, Ebrahim Azizi u.a.

104 Min. FSK 16

Als der Automechaniker Vahid zufällig auf den Mann trifft, der ihn mutmaßlich im Gefängnis gefoltert hat, entführt er ihn, um Vergeltung zu üben. Doch der einzige Hinweis auf Eghbals Identität ist das unverkennbare Quietschen seiner Beinprothese. Auf der Suche nach Gewissheit wendet sich Vahid an einen zerstreuten Kreis anderer, inzwischen freigelassener Opfer. Doch je tiefer sie in ihre Vergangenheit eintauchen und je mehr ihre unterschiedlichen Weltanschauungen aufeinanderprallen, desto größer werden die Zweifel: Ist er es wirklich? Und was hieße Vergeltung überhaupt? (Verleih)

Song Sung Blue

Start wurde verschoben! Jetzt ab 8. Januar täglich in Saal 1! ABER: Neujahrspreview am 1. Januar um 15:00 Uhr!

(Song Sung Blue)

USA 2025

Regie: Craig Brewer

Mit: Hugh Jackman, Kate Hudson, Michael Imperioli, Fisher Stevens, Jim Belushi, Ella Anderson, King Princess, Mustafa Shakir, Hudson Hilbert Hensley u.a.

133 Min. FSK 12

Als Mike Sardina (Hugh Jackman) die Sängerin Claire Stengl (Kate Hudson) zum ersten Mal auf der Bühne sieht, ist es sofort um ihn geschehen. Mike, ein Vietnam-Veteran und ehemaliger Alkoholiker, jobbt als Mechaniker – doch sein Herz schlägt für die Musik, die er abends auf kleinen Bühnen spielt. In Claire erkennt er dieselbe Begeisterung. Schnell entsteht zwischen den beiden eine tiefe Verbundenheit. Sie gründen die Neil-Diamond-Tribute-Band „Lightning & Thunder“ – es ist der Beginn einer unvergesslichen Liebesgeschichte, die weit über die gemeinsame Leidenschaft zur Musik hinausgeht. (Verleih)

Wege des Ruhms (1957)

... nur am 11. Januar um 20:30 Uhr in Saal 2!

(Paths of Glory)
USA 1957
Anti-Kriegs-Film
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stanley Kubrick, Calder Willingham, Jim Thompson (basierend auf dem Roman von Humphrey Cobb)
Produktion: Kirk Douglas, James B. Harris, Stanley Kubrick
Musik: Gerald Fried
Kamera: Georg Krause
Schnitt: Eva Kroll
Besetzung: Kirk Douglas, Ralph Meeker, Adolphe Menjou, George Macready, Wayne Morris, Richard Anderson, Joe Turkel, Timothy Carey, Susanne Christian u.a.
83 Minuten, s/w, FSK 12

Deutsche Synchronfassung!

Um nach einem gescheiterten Angriff auf die deutschen Stellungen die "Moral der Truppe" zu heben, lässt ein ehrgeiziger französischer General im Ersten Weltkrieg drei unschuldige Frontsoldaten erschießen. (filmdienst.de)


Drei Jahre vor "Spartacus" realisierte Stanley Kubrick diesen Film im Auftrag des Produzenten und Hauptdarstellers Kirk Douglas.

In Frankreich sah man in "Wege zum Ruhm" einen Angriff auf die Ehre der französischen Armee, weshalb der Film dort bis 1975 nicht gezeigt wurde. Der Film war nie offiziell verboten; da man aber mit ähnlich massiven Protesten seitens Militärangehöriger und, auf der Gegenseite, gegen den Algerienkrieg demonstrierender Studenten rechnete wie in Belgien (die mehrfach zu Aufführungsstopps in Brüssel führten), wurde seitens des Verleihs kein Versuch unternommen, ihn der Zensurbehörde vorzulegen. 

Im französischen Sektor Berlins erließ der zuständige Stadtkommandant im Juni 1958 ein Aufführungsverbot. Außerdem drohte er mit dem Rückzug der französischen Festivalbeiträge von den Internationalen Filmfestspielen Berlin, wenn "Wege zum Ruhm" während des Festivals in Westberliner Kinos gezeigt werden würde. Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt bezeichnete dies öffentlich als „Rückschritt in das Jahr 1948“. Nach Appellen auch seitens des Berliner Senats nahm United Artists den Film schließlich aus dem Festivalprogramm. Mit einem erklärenden Vorspann versehen, die im Film gezeigten Vorfälle seien nicht stellvertretend für die Armee oder das Volk Frankreichs, durfte der Film ab November schließlich auch im französischen Sektor starten.

Jussi Award 1958 in der Kategorie Bester ausländischer Regisseur.

Silbernes Band der Italian National Syndicate of Film Journalists 1959 in der Kategorie Beste Regie (ausländischer Film).

„[S]chonungslose Anklage gegen das Verbrechen des Krieges und die Ruhmsucht der Militärs. Der mit einem Budget von nur 900.000 Dollar in Deutschland gedrehte Film gilt als einer der besten Antikriegsfilme überhaupt. Realistisch, zeitlos, erschütternd glaubhaft; eine erstaunliche Leistung für den damaligen Neuling im Regiefach.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Silent Friend

... ab 15. Januar im Filmkunst 66!

Pressestimmen:

    « Fast zu schön, um wahr zu sein  » FAZ online

    « Diesem Film der ungarischen Filmemacherin Ildikó Enyedi hätte man größere Aufmerksamkeit gewünscht. Am vorletzten Tag ereignete er sich wie ein kleines Wunder, eine so intelligente wie poetische Verschränkung verschiedener Zeitebenen und Schicksale.  » Die Welt

    « Ein später Höhepunkt war schließlich „Silent Friend“. Das ebenso unkonventionelle wie hinreißende Werk ging in Venedig leer aus. „Silent Friend“ wird auch so seinen Weg gehen » Berliner Morgenpost

    « Und welche Filme sollte man unbedingt sehen – egal, ob sie in Venedig Preise bekamen oder nicht? Wirklich umwerfend und außergewöhnlich ist der Film »Silent Friend«  » SPIEGEL

    « Ein feiner, wunderschöner, philosophisch-esoterischer Film über Veränderung, Konnektivität und Natur, der mit Ruhe und erstaunlichem Witz besticht » Stuttgarter Zeitung

    « SILENT FRIEND ist ein Film von monumentaler Dimension, trotzdem fühlt er sich leicht und selbstverständlich an. Ein Meisterwerk. » Filmstarts

    « Silent Friend beschwört eine sinnliche Beziehung von Mensch und Natur. Ein betörendes Filmgedicht » Frankfurter Rundschau

(Silent Friend)

D/HU/FR/CH 2025

Regie: Ildiko Enyedi

Mit: Tony Leung Chiu-wai, Luna Wedler, Enzo Brumm, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Johannes Hegemann, Rainer Bock, Marlene Burow, Léa Seydoux

146 Min. FSK 6

Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er stiller Zeuge – Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen.

2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong (Tony Leung), der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem uralten Baum.

1972 erfährt ein junger Student (Enzo Brumm) eine innere Wandlung – ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer einfachen Geranie.

1908 folgt die erste Studentin der Universität (Luna Wedler) ihrer Leidenschaft für die Fotografie – und entdeckt durch das Objektiv ihrer Kamera die verborgenen Muster des Universums. (Verleih)

Nach dem Goldenen-Bären-Gewinner „Körper und Seele“ (2017) präsentiert die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi mit SILENT FRIEND ein poetisches, sensibles Werk, in dem die Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen zum Sinnbild für die universelle Sehnsucht nach Verbundenheit wird. In den stillen Versuchen ihrer Protagonisten, sich mit der Welt, der Natur und mit sich selbst zu verbinden, entfaltet sich eine berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Wandel – und die Schönheit der Sehnsucht. In Venedig wurde Luna Wedler für ihre Rolle mit dem Preis als beste junge Entdeckung ausgezeichnet.

Lolita (1962)

... nur am 18. Januar um 20:30 Uhr in Saal 2! Mit 1 Euro Überlängenzuschlag!

(Lolita)
USA/GB 1962
Literaturverfilmung.
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Vladimir Nabokov (nach seinem Roman)
Produktion: James B. Harris
Musik: Nelson Riddle
Kamera: Oswald Morris
Schnitt: Anthony Harvey
Besetzung: James Mason, Sue Lyon, Shelley Winters, Peter Sellers, Marianne Stone u.v.a.
152 Minuten, s/w, FSK 12

Originalfassung mit deutschen Untertiteln!

Nachdem ein Mann, außer sich vor Zorn, in eine heruntergekommene Villa eingedrungen ist und ihren betrunkenen Besitzer wegen seines Verhaltens gegenüber "Lolita" erschossen hat, erfährt man in einer Rückblende die Vorgeschichte zur Tat. Humbert Humbert, ein alternder Literaturdozent auf Wohnungssuche, gerät an die Witwe Haze und verfällt ihrer frühreifen Tochter Dolores. Er lässt sich auf die Heirat mit der Frau ein, nur um der vergötterten Kindfrau nahe zu sein. Damit beginnt eine tragische Liebe zu einer "Nymphe", die tödliche Folgen für alle Beteiligten haben wird. (filmdienst)

Nominierung für den Goldenen Löwen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig 1962 für Stanley Kubrick.

Oscar-Nominierung 1963 für Vladimir Nabokov in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch"

Golden Globe 1963 in der Kategorie "Beste Nachwuchsdarstellerin" für Sue Lyon sowie Nominierungen in den Kategorien "Bester Darsteller" (James Mason), "Beste Darstellerin" (Shelley Winters), "Bester Nebendarsteller" (Peter Sellers) und "Bester Regisseur" (Stanley Kubrick).

"Kubricks mit eigenständigen Akzenten versehene tragikomische Filmbearbeitung des Nabokovschen Romans besticht durch kluge Auswahl und Führung der Darsteller und den, in ihrer permanenten Doppeldeutigkeit, glänzend entwickelten Dialogen. Die geniale Kamera- und Regiearbeit versteht selbst die realistischsten Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände noch für die von schwarzem Humor bestimmte Illustration eines surrealen Albtraums zu nutzen." (Lexikon des Internationalen Films)

Hamnet

... ab 22. Januar täglich in Saal 1! Preview am Sonntag (4.1.) um 15:00 Uhr in Saal 1!

(Hamnet)

GB/US 2025

Regie: Chloé Zhao

Mit: Paul Mescal, Jessie Buckley, Emily Watson u.a.

125 Min. FSK 12

Mit HAMNET kehrt Oscar®- Preisträgerin Chloé Zhao auf die große Leinwand zurück. In der Verfilmung des gefeierten Romans von Maggie O’Farrell, die gemeinsam mit Zhao auch das Drehbuch verfasste, wird die Geschichte von William Shakespeares Familie erzählt. Aus Sicht seiner empfindsamen Frau Agnes erlebt man, wie sie sich in den großen Barden verliebt und die beiden ein gemeinsames Leben planen. Als ihr einziger Sohn Hamnet im Alter von elf Jahren durch die Pest ums Leben kommt, droht ihre große Liebe zu ersticken. Mitten in dieser furchtbaren persönlichen Tragödie beginnt Shakespeare in tiefer Verzweiflung und Trauer, „Hamlet“ zu schreiben, eines der großen Dramen der Literaturgeschichte. (Verleih)

Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964)

... nur am 25. Januar um 20:30 Uhr in Saal 2!

(Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb)
GB/USA 1964
Filmsatire.
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stanley Kubrick, Terry Southern, Peter Bryant (nach dem Roman „Bei Rot: Alarm! Der Roman des Drucktastenkriegs“ - Originaltitel: Red Alert - von Peter George)
Produktion: Stanley Kubrick
Musik: Laurie Johnson
Kamera: Gilbert Taylor
Schnitt: Anthony Harvey
Besetzung: Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden, Slim Pickens, Keenan Wynn, Peter Bull, James Earl Jones, Shane Rimmer, Tracy Reed, Jack Creley u.v.a.
93 Minuten, s/w, FSK 12

Originalfassung mit deutschen Untertiteln!

Mitten im Kalten Krieg: Der Kommandant eines amerikanischen Atomwaffenstützpunktes, US-General Jack D. Ripper (Sterling Hayden), dreht durch und schickt atomar bestückte B-52-Bomber Richtung Moskau. Der auf dem Stützpunkt anwesende britische Captain Mandrake (Peter Sellers) kann die Katastrophe nicht verhindern. Und tief unter der Erde, im War Room der amerikanischen Regierung, versucht man händeringend, die Fliegerstaffel wieder zurückzuholen, bereitet sich aber auch mit dem verrückten deutschen Wissenschaftler Dr. Seltsam für den Ernstfall einer nuklearen Katastrophe vor. Denn wie es heißt besitzen die Russen eine Weltuntergangsmaschine, die eine alles vernichtende radioaktive Wolke ausstößt, sollte dem Feind der Erstschlag gelingen. Die Apokalypse steht unmittelbar bevor...

Die in einem früheren Stadium erwogene Idee, das Geschehen als von Außerirdischen gefundene Dokumentation der Zerstörung der Welt zu präsentieren, ließ Kubrick wieder fallen.

Ken Adam zufolge bat Ronald Reagan Anfang der 1980er-Jahre bei seiner Amtseinführung als Präsident der Vereinigten Staaten darum, den War Room im Weißen Haus gezeigt zu bekommen, den er aufgrund des Films für tatsächlich existent hielt.

Oscarverleihung 1965: Nominierung in den Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie" für Stanley Kubrick, "Bestes adaptiertes Drehbuch" für Peter George, Stanley Kubrick und Terry Southern sowie "Bester Hauptdarsteller" für Peter Sellers.

British Academy Film Awards 1965: Auszeichnung in der Kategorie "Bester Film", "Bester britischer Film", "Bestes britisches Szenenbild" (Ken Adam) sowie Nominierungen für "Bester britischer Schauspieler" (Peter Sellers), "Bestes britisches Drehbuch" (Stanley Kubrick, Peter George, Terry Southern) und "Bester ausländischer Schauspieler" (Sterling Hayden).

„Kubricks böse Atomkriegssatire zeigt die militärischen und politischen Umtriebe konsequent als Pandämonium des Irrsinns. Die groteske Stilisierung der Figuren und Schauplätze entlarvt das ‚Gleichgewicht des Schreckens‘ als labiles Konstrukt, das jederzeit durch banale Zufälle und menschliche Schwächen zum Albtraum werden kann. Einer der radikalsten, bittersten und treffsichersten Filme zum Thema.“ (Lexikon des internationalen Films)

Ungeduld des Herzens

Premiere mit Gästen am Mittwoch, dem 28. Januar um 20:00 Uhr! Ab 5.2. täglich in Saal 2!

D 2025

Regie: Lauro Cress

Mit: Ladina von Frisching, Giulio Brizzi, Tim Lanzinger u.a.

104 Min. FSK

Frei nach dem Roman von Stefan Zweig.

Was als Geste des Mitgefühls beginnt, wird zur gefährlichen Versuchung, sich als Retter zu fühlen. In Ungeduld des Herzens verlegt Regisseur Lauro Cress Stefan Zweigs zeitlose Geschichte von Mitleid und moralischer Überforderung in die Gegenwart – ein intensives Psychodrama über die Sehnsucht nach Nähe, die Grenzen von Empathie und die Unmöglichkeit, für andere zu leben. Ausgezeichnet beim Max Ophüls Preis 2025 (Bester Spielfilm, Bester Schauspielnachwuchs), ist der Film ein herausragendes Beispiel für das neue deutsche Autorenkino – kraftvoll, berührend und von großer emotionaler Klarheit.

Ein Bowlingabend, ein Missverständnis – und ein Moment, der zwei Leben verändert. Der junge Bundeswehrsoldat Isaac will der Schwester imponieren, als er die mürrische Edith zum Spielen auffordert. Erst als sie schlaff zu Boden sinkt, erkennt er den Rollstuhl an der Seite. Von Scham getrieben sucht Isaac die Nähe der Frau, die er verletzt hat. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Beziehung – voller Mitgefühl, Hoffnung und wachsender Abhängigkeit. Doch je stärker Isaac versucht, Edith „zu heilen“, desto tiefer verstricken sich beide in ein Geflecht aus Schuld, Selbsttäuschung und Sehnsucht.

Mit eindrucksvollen Bildern und großer emotionaler Präzision erzählt Ungeduld des Herzens von der gefährlichen Grenze zwischen Liebe und Mitleid – und davon, wie leicht Hilfe zur Bevormundung werden kann. (Verleih)